Rezensionen
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Schnörkellos, aber mit viel Einfühlungsvermögen und Sachverstand wird das Schicksal der 18-jährigen Hauptfigur erzählt, die in ein Land „zurück“ muss, in dem sie vorher noch nie war. Die in der Flüchtlingsarbeit engagierte Autorin verfolgt auf eindrucksvolle Weise Amras Weg, der sich zwischen Deutschland und dem Kosovo hin und her bewegt. „Bipolar“ ist jedoch nicht nur die geografisch-politische Situation, auch was die geschlechtliche Identität angeht, ist die Protagonistin auf der Suche, die sie als äußeres Zeichen zur Namensänderung führt, weshalb aus Amra Amir wird. Über den politischen Konflikt, der sich hinter dem Drama verbirgt, werden jugendliche Leserinnen und Leser nur in Umrissen informiert, das spannend geschriebene Buch sensibilisiert aber für die Folgen, die daraus entstanden sind und regt so zum Nachfragen an (vergleiche dazu auch den Unterrichtstipp). Überzeugend porträtiert Maria Braig eine in Deutschland geborene und hier sozial verwurzelte junge Frau, deren Leben durch die äußeren Umstände aus den Fugen gerät. Trotz der Tiefen, die sie durchwandern muss, schließt das Buch nicht ohne einen Hoffnungsstreif.
Christiane Grüner, Friedrich-Verlag


